Das Tattoo

Eines Nachts weckte mich eine Stimme, die mir sehr freundlich mitteilte:

‚Du wirst auf der anderen Seite begrüßt, wie so viele andere vor dir…‘

‚Auf der anderen Seite – im Jenseits…?‘ Ich war ein bisschen erschrocken: ‚Sollte ich sterben?‘

Nun, schon seit einer geraumen Zeit fühlte ich mich weggezogen von hier, ich hatte alles erledigt, all die Arbeit getan, alles Karma abgearbeitet, was die Familie betrifft. Ich hatte meine Eltern beide zur ‚Brücke der Blumen‘ gebracht, ja, mich sogar aus der Ahnenreihe gelöst. Meinen Kindern gegenüber hatte ich mich von meiner Mutterrolle losgesagt, denn ich wollte frei sein und auch sie freisetzen in ihre Eigenständigkeit. Ich hatte viel gearbeitet die letzten 3 Jahre, um alle alten Energien aus meinem Haus zu entfernen. Zuletzt wurden die alten Tapeten, die Parkettböden entfernt und durch neue Tapeten, neues Parkett, das sogar in Indien hergestellt worden war, ersetzt. Auch hatte ich alles mit vielen wunderschönen Details ausgestattet. In den Jahren zuvor hatte ich einen großen, lichten Raum – einen Wintergarten anbauen lassen, alle Fenster und Türen waren erneuert worden.

Nun war alles frei und strahlte Schönheit und harmonische Eleganz aus.

Nicht zu vergessen: mein neues Auto, ein Cabriolet, ja, das war wichtig, dass das Dach offen war, offen zum Himmel hin…!

Meine Kunst, die Malerei, die ich so liebte und immer noch liebe, würde mich nun auch nicht mehr halten können…

dennoch, was war es eigentlich, das mich so antrieb, gehen zu wollen?

Und es gab da noch etwas:

Kuthumi hatte mich ja schon vor zwei-drei Jahren gefragt, ob ich ein Buch mit ihm schreiben wolle. ‚Oh, ja‘, hatte ich geantwortet. Immer wieder hatte ich mich hingesetzt, um mich im Schreiben zu üben und es sind einige Aktenordner gefüllt worden.

Dennoch fand ich mich immer wieder blockiert, wenn es daran ging, mit einem Buch zu beginnen.

‚Würde ich dazu in der Lage sein‘, fragte ich mich ‚und diese Blockaden überwinden, meistern?‘

Eines Tages, als ich wieder mal mit Kuthumi schrieb, führte er mich auf einen wunderschönen Waldweg.

Da tauchte plötzlich eine große Schar strahlender Engel vor uns auf. Sie waren in weiß, gelb und gold gekleidet und kamen uns freudig entgegen.

Ich nahm meinen Mut zusammen und fragte sie: ‚Was wollt ihr?‘

Sie antworteten: ‚Wir wollen dich nach Hause holen.‘

Was! Ich erschrak wiederum. Nach Hause? Ist das schon wieder ein Hinweis, dass es Zeit für mich ist zu gehen?

Die Tage danach erschien mir alles sehr transparent und ich fühlte mich so, als könnte ich einfach aus meinem Körper spazieren.

Ein paar Tage später träumte ich nachts, dass ich mit eine paar Shaumbras unterwegs war und wir befanden uns verstreut auf einer Brücke.

Ich ging zum Brückengeländer und kletterte darauf.

Mit dem Blick auf den Abgrund, schaute ich gleichzeitig in mich und prüfte mein System.

Ja, es gab keinen Grund mehr zu bleiben, stellte ich fest und ich war bereit zu springen. Ich kletterte vollends hinüber und – liess mich fallen. Unten angekommen begrüßte mich Adamus Saint Germain mit : ‚WELCOME!‘

Da wachte ich aber wirklich erschrocken auf und fand mich in meinem Körper in meinem Bett liegen, noch lebendig…! zum Glück!

Die nächsten Tage beschäftigte mich dieses Thema sehr und ich fragte mich, was das alles zu bedeuten habe.

Eines Nachmittags hatte ich das Gefühl, heute, an diesem Tage mit jemandem zu sprechen.

Es ergab sich ein Telefonat mit einer Bekannten, die hellseherisch mit Karten arbeitet und auch sehr klar ist.

Ich erzählte ihr von meinen Träumen und auch von meiner Schreibblockade.

Zu meiner größten Überraschung ’sah‘ sie und teilte mir mit über zwei Personen in meinem Leben, die mir sehr nahe gestanden hatten und die – mit einer ähnlichen Energie und Absicht – diese Blockade verursacht hatten.

Diese beiden wollten mich klein halten,wollten nicht, dass ich ‚groß‘ werde, großartig, mich entfalte, zum Blühen komme.

‚Aha‘, dachte ich, ’so ist das!‘

Wer die eine Person war, wußte ich sofort. Die andere zu erkennen in der Beschreibung, die mir meine Bekannte gab, hatte mich sehr überrascht. Manchmal stellen sich Menschen als Opfer dar, leidend, anklagend – in Wirklichkeit aber sind sie sehr kontrollierend und dominant.

Deren Haltung, Verhaltensweisen und – es mögen auch nur kleine Aussagen, Sätze gewesen sein, die sie mir gegenüber geäußert hatten – hatten sich in meinem Körpersystem als Schatten in alle Zellen gesetzt. Und sie waren bei meinen Bemühungen, die alten Energien loszulassen, immer noch nicht verschwunden.

Und – das kann ich sagen: dieser Aspekt beherrschte mich mein ganzes Leben lang, bis vor Kurzem.

Ich hatte geniale Fähigkeiten entwickelt und wendete sie mit Fleiß an, mich ‚klein zu spielen‘, damit blos niemand meine wahre Größe, meine Wahrheit, meine Schönheit, meine Talente sehen würde.

Denn das war lebensbedrohlich. Ich hatte dabei auch die Verantwortung auf mich genommen für das (Ego-) ‚Wohlbefinden‘ dieser beiden Personen. Es ging ihnen gut, wenn ich mich klein hielt und sie sich somit in Sicherheit über ihre Größe und Macht wähnten. Und diese Techniken wendete ich bei fast allen Personen an, denen ich begegnete

Wie habe ich gelitten! Selbst mir gegenüber vollbrachte ich es, meine Gaben zu verleugnen, nicht wert zu schätzen und mit Selbstzweifeln an mir zu zehren…

‚Ich durfte mich nicht sehen lassen!‘

Und das war der Grund, gehen zu wollen. Denn wie sollte ich hier ein erfülltes Leben leben in meiner Meisterschaft, wenn ich ‚mich‘ aussparte? Obwohl ich alles vorbereitet hatte für meine Seele herein zu kommen, mein Ambiente, alles sah wunderschön aus, konnte ich es doch nicht wirklich wahr – und annehmen und geniessen!

Ja, und während diesem Gespräch an diesem Nachmittag geschah es: ich hörte mir genau zu, als ich zu meiner Bekannten sagte: ‚Ich würde es bereuen auf der anderen Seite, wenn ich das Buch mit Kuthumi nicht geschrieben und der Welt geschenkt hätte.‘

‚Hast du gehört, was du da gerade gesagt hast‘ fragte sie mich.

Ja, ich hatte es gehört…und wie gut sich das angehört hatte.

Und ich entschied mich.

‚Ich bleibe und schreibe…‘

In diesem Moment fühlte ich, wie alle Schatten aus meinem System verschwanden und ich fühlte eine so große Kraft in mir aufsteigen und eine unbeschreibliche Freude.

Tausende Ideen sprudelten, was ich nun in dieser Freiheit alles machen könnte!

Ich tanzte und tanzte!

Ja, und dann konnte ich etwas machen, was ich schon vor vielen Jahren meinem Knie versprochen hatte. Damals – vor etwa acht Jahren, hatte ich eine Knieoperation und konnte über die darauffolgenden fünf Jahre nie schmerzlos gehen, ja, manchmal während dieser Zeit ging ich noch immer auf Krücken.

Ich fragte Adamus und Kuthumi auf unterschiedlichen öffentlichen Veranstaltungen:

‚Werde ich wieder laufen könne, werden die Zellen in meinem Knie heilen?‘

Und beide hatten wortwörtlich mit der gleichen Frage geantwortet:

‚Willst du bleiben oder gehen?‘

Das war überaschend. Aber es ist logisch: warum sollten die Zellen in meinem Knie heilen, wenn ich den Körper gar nicht mehr bewohnen will?

Seit zwei bis drei Jahren ist mein Knie geheilt.

Ich hatte jedoch nie das Gefühl, mein Versprechen, das ich meinem Knie gegeben hatte, einzulösen.

Bis ein paar Tage nach der Erlösung jenes Schattenaspekts.

Plötzlich wußte ich: Der Zeitpunkt war gekommen, meine rechte Wade mit einem Blumenranken- Tattoo zu beschenken!

Ohne weiter zu überlegen vereinbarte ich einen Termin in einem Tattoo- Salon meiner Stadt. In der Zwischenzeit würde ich mein linkes Bein auch nicht vernachlässigen und liess mir ein kleines Herzchen über dem Knöchel stechen.

Ich bat Kuthumi: ‚Ok, du siehst, was ich vorhabe. Bitte hilf mir, das Tattoo zu entwerfen.‘

Und er kam herein und wir entwarfen ein wundervolles Blumenarrangement mit einem indischen Hauch. Es erinnert ein bisschen an die Blumen- Mosaike des Taj Mahal. Auch sind noch viele andere kleine Botschaften mit hinein verwoben.

Ob das Stechen weh tat? Oh, ja, schon. Aber sind Geburtswehen nicht auch schmerzhaft? Ja, und hier habe ich mich neu geboren. Und ich würde jetzt mit meinem rechten Bein in der Welt auftreten, blühend und… mit Herz. Meine weibliche und meine männlich Seite aktiviert.

Seitdem hat sich so vieles verändert: Ich fing bald an, das erste Buch mit Kuthumi zu schreiben, das in Kürze veröffentlicht wird in deutscher und englischer Sprache. Ich hatte die Motivation, eine selbst erfundene Diät durchzuziehen, wiege 12 Kilo weniger und in meinem Körper nehme ich eine warme Präsenz wahr, zart, schön und lebendig an, wie nie zuvor!

Welch ein Wunder durfte hier geschehen!

Über all die Zeit zeigten sich Kuthumi und die anderen Freunde aus der Geistigen Welt als wunderbare, großartige Lehrer!

Nachdem dies alles geschehen ist, bin ich so gespannt, was sich weiter entfalten wird in meinem Leben. Endlich frei, mich mit meiner Seele zusammen auszudrücken, nicht mehr die Aspekte, die mir im Wege standen…

Ich glaube, es wird ein solcher Spass!

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